Zum Inhalt springen
🕖 HEUTE: Schnelle Terminvergabe
← Ratgeber · Anleitung

Rückstauklappe richtig einbauen: Zulässigkeit, Einbauort und Vorgaben der DIN EN 13564

22. Oktober 2026· 18 Min. Lesezeit
KI-generiertes Bild: Fachmann leuchtet mit einer Taschenlampe in einen geöffneten Rückstauverschluss mit Schachtaufsatz, eingelassen in den gefliesten Kellerboden eines Einfamilienhauses

Bei Starkregen kann Abwasser aus dem Kanal über Kellerabläufe ins Haus drücken. Wer dann erst über Schutz nachdenkt, ist zu spät dran. Eine Rückstauklappe kann so etwas verhindern, allerdings nur, wenn sie zulässig ist und korrekt eingebaut wurde. In diesem Ratgeber erfahren Sie, unter welchen Bedingungen ein Rückstauverschluss erlaubt ist und weshalb er in waagerechter Lage sitzen muss. Sie lesen außerdem, wie der Einbau in die Bodenplatte oder in eine offen verlegte Leitung abläuft und welche Normen dabei gelten.

Was eine Rückstauklappe kann und was nicht

Viele Hausbesitzer gehen davon aus, dass der städtische Kanal jede Wassermenge aufnimmt. Tatsächlich ist er für normale Niederschläge ausgelegt, nicht für jeden Wolkenbruch. Füllt er sich bei Starkregen bis oben, steigt das Wasser in den Kanalrohren und damit auch in sämtlichen angeschlossenen Hausleitungen. Das Ganze funktioniert nach dem Prinzip kommunizierender Röhren: Das Wasser drängt zur tiefsten offenen Stelle. Im Gebäude sind das meist der Kellerbodenablauf oder das WC im Souterrain. Dort kommt dann Mischwasser heraus, also Regenwasser zusammen mit Schmutzwasser aus dem Kanal. Ein überfluteter Kellerboden ist hygienisch bedenklich, weil Fäkalkeime aus dem Mischwasser zurückbleiben. Teppiche oder Dämmung lassen sich danach häufig nicht mehr retten.

Die Rückstauklappe, im Fachjargon Rückstauverschluss, sitzt in der Abwasserleitung und lässt Wasser nur in eine Richtung fließen: vom Haus hin zum Kanal. Steigt der Pegel auf der Kanalseite, presst er die Klappe zu und verschließt die Leitung. Fällt der Wasserstand wieder, geht die Klappe auf, und das Abwasser läuft wie üblich ab. Einfache Ausführungen arbeiten rein mechanisch. Elektrisch gesteuerte Modelle registrieren den steigenden Wasserstand über einen Sensor und schließen per Motor.

Die Rückstauebene als Maßstab

Wie hoch das Wasser bei Rückstau steigen kann, gibt die Rückstauebene an. Gemeint ist die höchste Ebene, bis zu der Abwasser in der Entwässerungsanlage hochsteigen kann. Sofern die örtliche Satzung keine andere Regelung trifft, gilt nach DIN 1986-100 die Straßenoberkante an der Anschlussstelle als Rückstauebene. Jede tiefer liegende Ablaufstelle gilt als rückstaugefährdet, auch wenn in den vergangenen zwanzig Jahren nie etwas passiert ist. Häufigere Starkregen und neu versiegelte Flächen im Einzugsgebiet verändern die Verhältnisse im Kanalnetz, ohne dass man davon im Keller etwas mitbekommt.

In Neckargemünd fällt uns immer wieder auf, wie viele Grundstücke am Hang liegen. Steht ein Haus talseitig unterhalb der Straße, kann das komplette Untergeschoss oder sogar das Erdgeschoss unter der Rückstauebene liegen. Bei Häusern oberhalb der Straße betrifft es dagegen manchmal nur einen einzigen, tief eingebauten Kellerablauf. Grundlage jeder Planung ist der Vergleich zwischen der Höhe der Ablaufstellen und der Straßenoberkante am Anschlusspunkt.

Rückstauebene abklären
Maßgeblich ist die Abwassersatzung der Stadt. Erkundigen Sie sich im Zweifel vor der Planung bei der Stadtverwaltung, weil einige Satzungen einen anderen Bezugspunkt als die Straßenoberkante vorgeben.

Wo eine Rückstauklappe nicht schützt

Eine Rückstauklappe sichert die Hausleitungen gegen Wasser, das aus dem Kanal zurückgedrückt wird. Gegen Oberflächenwasser, das bei Starkregen über Lichtschächte oder Kellerfenster hereinläuft, ist sie machtlos. Ebenso wenig hilft sie gegen drückendes Grundwasser oder Neckar-Hochwasser, das durch Wände und Bodenplatte dringt. Wer an der Elsenz oder nahe am Neckarufer wohnt, sollte die Rückstausicherung daher als ein Element unter mehreren sehen. Hinzu kommen vor allem eine intakte Abdichtung und Aufkantungen an den Lichtschächten.

Faustregel: Jede Ablaufstelle unterhalb der Rückstauebene braucht eine Rückstausicherung. Ob eine Klappe genügt oder eine Abwasserhebeanlage nötig ist, entscheidet DIN 1986-100.

Die zugrunde liegenden Normen: DIN EN 13564, DIN 1986-100, DIN EN 12056 und DIN EN 752

Wer sich zum ersten Mal mit Rückstauklappen befasst, landet rasch bei einer ganzen Reihe von Normen. Sie hängen zusammen, regeln aber verschiedene Aspekte. Es ist nützlich, ihre Aufgaben zu unterscheiden. Prüfen Sie im Angebot zum Beispiel, ob die Zulässigkeit nach DIN 1986-100 begründet wird.

  • DIN EN 752 betrifft Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden, also die Grundstücksentwässerung bis zum öffentlichen Kanal sowie das Kanalnetz selbst. Aus ihr folgt auch, warum ein Kanal bei seltenen Starkregen überlastet sein darf.
  • DIN EN 12056 behandelt Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden. Teil 4 widmet sich Abwasserhebeanlagen und deren Planung.
  • DIN 1986-100 ergänzt als deutsche Norm DIN EN 752 und DIN EN 12056. Sie bestimmt, wann ein Rückstauverschluss zulässig ist und wann eine Hebeanlage eingebaut werden muss.
  • DIN EN 13564 ist die Produktnorm für Rückstauverschlüsse. Teil 1 nennt die Anforderungen und gliedert die Bauarten in Typen.
  • DIN 1986-3 regelt Betrieb und Wartung von Entwässerungsanlagen und enthält unter anderem Richtwerte für Inspektion und Wartung.

Im Alltag kommt es vor allem auf eine Unterscheidung an: DIN EN 13564 beschreibt, wie ein Rückstauverschluss konstruiert und geprüft sein muss. Ob er für Ihren Keller überhaupt der passende Schutz ist, richtet sich dagegen nach DIN 1986-100. In Bestandsbauten passieren genau hier die meisten Fehler: Man kauft ein hochwertiges Produkt, ohne zuvor zu klären, ob die Einbausituation es überhaupt erlaubt.

DIN EN 13564-1: Die verschiedenen Typen

Die Norm ordnet Rückstauverschlüsse nach ihrer Bauweise. Ausschlaggebend sind drei Fragen. Erstens: Über wie viele selbsttätige Verschlüsse verfügt das Gerät? Zweitens: Ist ein von Hand schließbarer Notverschluss vorhanden? Drittens: Arbeitet der Verschluss rein mechanisch oder mit Fremdenergie, also elektrisch gesteuert? Die Typen 0 bis 3 sind für waagerechte Rohrleitungen vorgesehen, die Typen 4 und 5 sind in Bodenabläufe eingebaut.

Übersicht der Rückstauverschlüsse nach DIN EN 13564-1

TypAufbauTypischer Einsatz
Typ 0Ein selbsttätiger Verschluss, kein Notverschluss; für waagerechte LeitungenNur für eng begrenzte Anwendungsfälle; zum Schutz von Kellerräumen in der Regel nicht ausreichend
Typ 1Ein selbsttätiger Verschluss und ein Notverschluss, die kombiniert sein könnenEbenfalls nur eingeschränkt zulässig; als alleiniger Schutz für Schmutzwasser im Keller meist ungeeignet
Typ 2Zwei selbsttätige Verschlüsse und ein NotverschlussFäkalienfreies Abwasser, zum Beispiel Bodenablauf, Dusche oder Waschmaschine im Keller
Typ 3Elektrisch gesteuerter selbsttätiger Verschluss und ein davon unabhängiger NotverschlussMit Kennzeichnung „F“ auch für fäkalienhaltiges Abwasser
Typ 4 und 5In Bodenabläufe eingebaute RückstauverschlüsseEinzelne Bodenabläufe, nicht ganze Leitungsstränge

Vereinfachte Darstellung. Ausschlaggebend sind der Normtext, die Herstellerangaben und die Zulässigkeit nach DIN 1986-100.

Am häufigsten hakt es bei der Frage, ob das Abwasser fäkalienfrei oder fäkalienhaltig ist. Sobald ein WC oder Urinal in die gesicherte Leitung entwässert, genügt eine rein mechanische Klappe nicht mehr. Papier und Feststoffe können sich an ihr verfangen und ein dichtes Schließen verhindern. Für diesen Fall schreibt DIN 1986-100 deshalb Geräte vom Typ 3 mit der Kennzeichnung „F“ vor. Sie schließen über einen Sensor und verfügen über einen eigenen Notverschluss. Ein Typ-2-Verschluss vor einer Keller-Toilette ist also selbst dann falsch eingesetzt, wenn er ansonsten tadellos arbeitet.

Produktnamen richtig deuten

Im Fachhandel begegnen einem oft Fantasienamen oder Abkürzungen, zum Beispiel „Rückstauverschluss Triplex-K“. Welcher Typ und welcher Einsatzbereich sich hinter einem solchen Namen verbergen, verrät die Bezeichnung selbst nicht, das muss man im Datenblatt prüfen. Ein ähnlich klingendes Modell kann für eine andere Nennweite, eine andere Einbausituation oder nur für offen verlegte Leitungen gebaut sein. Im Datenblatt und auf dem Typenschild sollten Sie diese Angaben prüfen:

  • Typangabe nach DIN EN 13564, etwa Typ 2 oder Typ 3
  • Kennzeichnung „F“, wenn fäkalienhaltiges Abwasser hindurchläuft
  • Nennweite (DN), die zur vorhandenen Leitung passt
  • Einbauart: Bodenplatte mit Schachtaufsatz oder freiliegende Leitung
  • Angaben zu Einbaulage, Durchflussrichtung und Wartungszugang

Voraussetzungen: Wann eine Rückstauklappe erlaubt ist

DIN 1986-100 folgt einem eindeutigen Grundsatz: Abwasser, das unterhalb der Rückstauebene entsteht, soll über eine selbsttätig arbeitende Abwasserhebeanlage rückstausicher in den Kanal gefördert werden. Der Rückstauverschluss ist die Ausnahme und an Voraussetzungen gebunden. Er ist nur zulässig, wenn sämtliche der folgenden Punkte zugleich zutreffen:

  • Zwischen Ablaufstelle und Kanal ist ein natürliches Gefälle vorhanden.
  • Die Räume haben nur eine untergeordnete Nutzung: Bei Rückstau entstünden keine nennenswerten Sachschäden, und die Gesundheit der Bewohner wäre nicht beeinträchtigt.
  • Der Kreis der Nutzer ist klein, und ihm steht oberhalb der Rückstauebene ein WC zur Verfügung.
  • Während eines Rückstaus kann auf die Nutzung der Ablaufstelle verzichtet werden.

Entfällt auch nur eine Voraussetzung, ist die Rückstauklappe laut Norm keine zulässige Lösung mehr. Dann muss eine Abwasserhebeanlage mit Rückstauschleife eingebaut werden. Das wirkt streng, ist aber schlüssig: Solange die Klappe zu ist, kann im geschützten Bereich kein Wasser abfließen. Wer in dieser Phase Dusche, Toilette oder Waschmaschine im Keller benötigt, braucht eine Lösung, die auch während eines Rückstaus entwässert.

Gefälle zum Kanal: die Grundvoraussetzung

Eine Rückstauklappe fördert kein Wasser, sie verschließt lediglich. Das Abwasser muss also allein durch die Schwerkraft zum Kanal gelangen. Liegt ein Kellerablauf unterhalb der Kanalsohle am Anschlusspunkt, kann er grundsätzlich nicht im freien Gefälle abfließen. In diesem Fall bleibt nur eine Hebeanlage. Bei Hanghäusern mit talseitig tief unter der Straße liegendem Keller kommt das durchaus vor.

Außer der Höhenlage spielt der Zustand der Grundleitung eine Rolle. Hat sie sich im Lauf der Jahre gesetzt, bilden sich Mulden, in denen ständig Wasser steht und sich Schlamm sammelt. Sitzt die Rückstauklappe in oder hinter einer solchen Mulde, verschmutzen Klappen und Dichtungen erheblich schneller. Welches Mindestgefälle Grundleitungen brauchen, regelt DIN 1986-100. Ob es tatsächlich vorhanden ist, klärt eine Kanal-TV-Untersuchung. Vor allem in älteren Gebäuden mit Steinzeug- oder Gussleitungen findet die Kamera oft Versätze, Risse oder eingewachsene Wurzeln, die vor dem Einbau beseitigt werden sollten.

Raumnutzung: Waschküche oder Wohnbereich?

Ob eine Nutzung untergeordnet ist, lässt sich mit einer Frage prüfen: Was ginge kaputt, wenn hier zehn Zentimeter Abwasser stünden? Eine geflieste Waschküche, ein Heizungsvorraum ohne empfindliche Technik am Boden oder ein einfacher Vorratskeller zählen eher dazu. Eine Einliegerwohnung, ein Büro, ein Gästezimmer mit Dusche oder ein ausgebauter Hobbyraum mit Parkett und Unterhaltungselektronik dagegen nicht.

Im Bestand ist das ein Klassiker: Der Keller wurde nach und nach ausgebaut, die Rückstausicherung stammt aber noch aus der Zeit, als dort nur die Waschküche war. Damit hat sich die Grundlage formal verändert, und die alte Klappe genügt womöglich nicht mehr. Meist kommt das erst nach einem Schaden ans Licht, wenn die Versicherung nachhakt.

Achtung: geänderte Nutzung
Wird der Keller zur Wohnung, zum Büro oder zum Gästebereich umgebaut, verändert sich die Grundlage der Rückstausicherung. Ob die vorhandene Klappe dann noch zulässig ist, sollte vor dem Umbau geklärt werden und nicht erst hinterher.

Rückstauklappe oder Abwasserhebeanlage?

Rückstauverschluss nach DIN EN 13564

  • Erfordert natürliches Gefälle zum Kanal
  • Nur für Räume mit untergeordneter Nutzung
  • Bei Rückstau keine Entwässerung möglich, die Ablaufstellen sind gesperrt
  • Baulich einfacher, kommt ohne Pumpe aus
  • Regelmäßige Inspektion und Wartung nötig

Abwasserhebeanlage mit Rückstauschleife

  • Arbeitet auch ohne Gefälle zum Kanal
  • Passend für hochwertig genutzte Räume und Wohnungen
  • Entwässert auch während eines Rückstaus
  • Benötigt Strom, Platz und eine Druckleitung über die Rückstauebene
  • Wartung durch Fachkundige vorgeschrieben

Das Herzstück einer Hebeanlage ist die Rückstauschleife. Die Druckleitung wird bis über die Rückstauebene geführt und erst danach mit Gefälle an die Grundleitung angebunden. Kanalwasser kommt über diese Schleife nicht hinweg, da es maximal bis zur Rückstauebene steigt. Die Pumpe hingegen befördert das Kellerabwasser auch bei vollem Kanal nach draußen. Für hochwertig genutzte Räume ist das der konsequente Schutz. Die Anlage ist jedoch auf Strom angewiesen, und gerade bei Gewittern kann der ausfallen. Ein Alarmgeber gehört daher zur sinnvollen Ausrüstung.

Einbauort und Einbaulage: Wo und wie die Klappe sitzen muss

Steht fest, dass ein Rückstauverschluss erlaubt ist, hängt seine Wirkung vom Einbauort ab. Dabei geht es vor allem um drei Fragen: Welches Wasser darf durch die Klappe laufen? In welcher Lage muss sie eingebaut sein? Und wie bleibt sie für Bedienung und Wartung zugänglich?

Ausschließlich Abwasser von unterhalb der Rückstauebene

Die zentrale Regel: Durch den Rückstauverschluss darf nur Abwasser von Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene fließen. Abwasser aus den Obergeschossen und Regenwasser von Dachflächen haben dort nichts zu suchen. Die Begründung ist naheliegend: Schließt die Klappe bei Rückstau, staut sich alles Wasser, das von oben nachläuft, vor ihr. Fließt dann noch Regen vom Dach in eine angeschlossene Fallleitung, sucht dieses Wasser wieder den tiefsten offenen Punkt, also den Kellerablauf. Der Keller läuft dann ausgerechnet mit dem eigenen Abwasser voll, obwohl die Klappe einwandfrei dicht ist.

Korrekt ist eine getrennte Leitungsführung. Der Rückstauverschluss sitzt in dem Abschnitt, an den nur die tief liegenden Ablaufstellen angeschlossen sind. Leitungen aus den oberen Etagen münden in Fließrichtung erst nach dem Verschluss in die Grundleitung. Steigt bei Rückstau das Wasser in diesen Leitungen, bleibt es unter ihren Ablaufstellen, da diese oberhalb der Rückstauebene liegen. Wichtig dabei: Reinigungsöffnungen dieser Leitungen, die unterhalb der Rückstauebene liegen, müssen druckdicht verschlossen sein. Andernfalls entsteht dort eine neue Austrittsstelle.

Achtung: So prüfen Sie, wo Fallleitungen einmünden
Verfolgen Sie bei sichtbaren Leitungen den Verlauf vom Verschluss entgegen der Fließrichtung bis zum Kellerablauf. Mündet auf diesem Stück ein Rohr von oben ein, läuft Wasser aus den Obergeschossen über die Klappe. Liegt die Leitung im Boden, lässt sich das nur mit einer Kanal-TV-Untersuchung samt Ortung sicher feststellen.

Waagerechte Lage: Warum senkrecht nicht geht

Die Typen 0 bis 3 nach DIN EN 13564 sind ausdrücklich für waagerechte Rohrleitungen gedacht. Ihre Funktion hängt von der Lage ab: Mechanische Klappen hängen im Normalbetrieb so, dass sie ablaufendes Wasser passieren lassen und von rückdrückendem Wasser geschlossen werden. Elektrisch gesteuerte Geräte erfassen den Wasserstand im Gehäuse, und auch das funktioniert nur bei einer festgelegten Einbaulage. Baut man ein solches Gerät senkrecht oder in eine Fallleitung ein, befinden sich Klappe, Dichtfläche und Sensor nicht mehr an der vorgesehenen Stelle. Die Klappe bleibt dann womöglich offen hängen, verkantet sich oder ist dauerhaft zu, und auch der Notverschluss lässt sich unter Umständen nicht mehr korrekt betätigen.

Bereits ein schräger oder seitlich verdrehter Einbau kann verhindern, dass die Klappe vollflächig auf der Dichtfläche aufliegt. Darum wird das Gehäuse mit der Wasserwaage in Längs- und Querrichtung ausgerichtet, und der Pfeil für die Durchflussrichtung muss zum Kanal weisen. Gibt es an der vorgesehenen Stelle nur einen senkrechten Leitungsabschnitt, muss die Leitungsführung geändert werden. Man schafft also ein waagerechtes Teilstück oder entscheidet sich für eine andere Schutzlösung. Für einzelne Bodenabläufe stehen außerdem integrierte Rückstauverschlüsse der Typen 4 und 5 zur Verfügung, die direkt im Boden sitzen.

Gefälle vor und nach dem Verschluss

Vor dem Verschluss benötigt die Leitung Gefälle, damit sich vor der Klappe weder Wasser noch Schmutz sammelt. Auch dahinter muss das Wasser ungehindert zum Kanal ablaufen können. Das Gehäuse selbst wird nach Herstellervorgabe ausgerichtet, bei vielen Modellen waagerecht. Das Gefälle übernimmt dann die angeschlossene Leitung. Versätze an den Übergängen, zum Beispiel durch ungeeignete Übergangsstücke, sollten vermieden werden, da sich dort Ablagerungen bilden, die allmählich bis zur Klappe wachsen.

Erreichbarkeit für Bedienung und Wartung

Den Deckel des Rückstauverschlusses muss man jederzeit erreichen können. Er darf weder unter Fliesen oder Estrich verschwinden noch hinter einer fest eingebauten Waschmaschine oder einem Regal liegen. Kommt eine Unwetterwarnung, soll sich der Notverschluss mit wenigen Handgriffen schließen lassen, und zur Wartung müssen Klappen und Dichtungen ausbaubar sein. Elektrisch gesteuerte Verschlüsse benötigen zusätzlich einen Stromanschluss und ein Steuergerät an einem trockenen, gut zugänglichen Platz gemäß Herstellerangabe.

Einbau in die Bodenplatte mit Schachtsystem

In den meisten Einfamilienhäusern liegt die Grundleitung unter dem Kellerboden im Erdreich. Der Rückstauverschluss wird dann direkt in diese Leitung eingesetzt und über ein Schachtsystem von oben zugänglich gemacht. Ein solches System umfasst üblicherweise einen Grundkörper mit den Verschlussklappen, einen Schachtaufsatz, der sich in der Höhe und zum Teil auch in der Neigung an den Fußboden anpassen lässt, sowie einen Deckel auf Höhe des fertigen Bodens. Der Verschluss bleibt damit dauerhaft erreichbar, ohne dass der Boden für jede Wartung aufgebrochen werden muss.

Vorarbeiten: Erst die Leitung kennen, dann stemmen

Ehe der Boden geöffnet wird, sollte klar sein, wo genau die Leitung verläuft, in welcher Tiefe sie liegt, wo welche Abzweige einmünden und wie es um ihren Zustand steht. Eine Kanal-TV-Untersuchung mit Ortung liefert diese Antworten. So wird nicht an der falschen Stelle gestemmt, und der Verschluss landet nicht in einem Abschnitt, in den eine Fallleitung aus dem Obergeschoss mündet. Zeigt die Kamera Risse oder Wurzeleinwuchs, sollte die Leitung vor oder zusammen mit dem Einbau saniert werden, etwa grabenlos per Schlauchliner. Eine neue Rückstauklappe in einer undichten Leitung bietet nur begrenzten Schutz.

Ablauf des Einbaus in die Bodenplatte

  1. Einbaustelle bestimmen und öffnen
    Nach Kamerabefahrung und Ortung wird die Stelle markiert, an der ausschließlich die tief liegenden Ablaufstellen angeschlossen sind. Anschließend wird der Boden aufgeschnitten oder per Kernbohrung geöffnet und die Grundleitung freigelegt, mit genügend Raum für Gehäuse und Arbeiten.
  2. Leitung auftrennen und Auflager herrichten
    Ein Rohrstück entsprechend der Baulänge des Verschlusses wird herausgeschnitten. Der Untergrund wird verdichtet und so vorbereitet, dass das Gehäuse waagerecht und vollflächig aufliegt und sich später nicht absenkt.
  3. Rückstauverschluss einsetzen und verbinden
    Das Gehäuse wird in Fließrichtung ausgerichtet und mit der Wasserwaage in beide Richtungen kontrolliert. Danach wird es über passende Muffen oder Übergangsstücke dicht an die bestehende Leitung angeschlossen, auch bei unterschiedlichen Rohrwerkstoffen wie Steinzeug, Guss oder Kunststoff.
  4. Dichtheitsprüfung vor dem Verfüllen
    Bevor Beton eingebracht wird, werden die neuen Verbindungen auf Dichtheit geprüft. Zusätzlich werden Klappen und Notverschluss auf ihre Funktion getestet. Undichte Stellen lassen sich jetzt noch mit geringem Aufwand beheben, später nur durch erneutes Aufstemmen.
  5. Schachtaufsatz justieren und einbetonieren
    Der Aufsatz wird auf die künftige Fußbodenhöhe eingestellt und der Grundkörper schichtweise einbetoniert. Zementgebundener Mörtel ist nach etwa 24 bis 48 Stunden grundlegend belastbar und erreicht seine volle Festigkeit nach rund 28 Tagen. Schwere Lasten sollten daher erst danach auf die Stelle gebracht werden.

Sonderfall: drückendes Grundwasser und abgedichtete Bodenplatten

Gehört die Bodenplatte selbst zur Abdichtung, etwa als wasserundurchlässiger Beton oder mit einer darunterliegenden Abdichtungsbahn, ist jede Öffnung eine potenzielle Schwachstelle. Der Schachtaufsatz muss dann so eingebunden werden, dass die Abdichtung durchgängig bleibt. Hierfür gibt es Aufsätze mit Flansch oder besondere Dichtsysteme. Bei hohem Grundwasserstand, wie er in Neckarnähe auftreten kann, sollte diese Frage vor Arbeitsbeginn geklärt sein, gegebenenfalls gemeinsam mit einem Abdichtungsfachmann.

Beim Bodeneinbau beobachten wir immer wieder dieselben Fehler: ein zu tief sitzender Aufsatz, dessen Deckel später unter den Fliesen verschwindet, ein schräg eingebautes Gehäuse, dessen Klappe nicht sauber schließt, und Mörtelreste, die beim Betonieren in den Klappenbereich geraten. Genauso schwerwiegend ist ein Einbauort, an dem vor dem Verschluss noch ein Abzweig einer Fallleitung einmündet. Nach dem Verfüllen lassen sich solche Fehler nur mit großem Aufwand beheben.

Einbau in eine offen verlegte Rohrleitung ohne Schachtsystem

Längst nicht jede Kellerleitung verschwindet im Boden. In vielen Häusern verläuft die Sammelleitung sichtbar an der Wand, unter der Kellerdecke oder auf dem Boden, bevor sie durch die Außenwand Richtung Kanal geht. Verbreitet ist das zum Beispiel in Altbauten mit hoch liegender Grundleitung oder in Kellern, in denen Waschbecken und Waschmaschine auf einem Podest stehen. Für solche Situationen gibt es Rückstauverschlüsse für die freie Verlegung. Sie besitzen Muffenenden zum direkten Anschluss an die Rohrleitung und oben einen Revisionsdeckel, über den man an Klappen und Dichtungen gelangt.

Was bei offen verlegten Leitungen anders ist

Der wesentliche Vorteil: Kein Boden muss aufgebrochen werden, und die Einbaustelle bleibt stets sichtbar. Dafür rücken andere Anforderungen in den Vordergrund, insbesondere bei Befestigung und Leitungsführung.

  • Das Gehäuse wird zuverlässig befestigt oder abgestützt, damit das Gewicht von Gerät, Rohr und Wasserfüllung nicht an den Anschlüssen lastet.
  • Der Deckel muss nach oben weisen und frei erreichbar sein, mit ausreichend Platz, um die Klappen für die Wartung herauszunehmen.
  • An der Einbaustelle muss die Leitung waagerecht verlaufen, ein senkrechter Abschnitt eignet sich nicht.
  • Rohrschellen werden so angebracht, dass die Leitung weder durchhängt noch Spannung auf den Verschluss überträgt.
  • Zuleitungen aus den oberen Geschossen münden in Fließrichtung erst nach dem Verschluss ein.

Eine häufige Ausgangssituation im Altbau

So oder ähnlich treffen wir es oft an: Eine alte Gussleitung zieht sich im Keller an der Wand entlang, und in sie laufen sowohl der Bodenablauf der Waschküche als auch die Fallleitung von Bad und Küche aus dem Erdgeschoss. Würde man einfach eine Klappe in diese Sammelleitung setzen, entstünde genau der oben geschilderte Fehler: Bei Rückstau hält die Klappe auch das Wasser von oben zurück, und es tritt im Keller aus. Abhilfe schafft eine Trennung der Leitungen. Der Kellerablauf bekommt einen eigenen Anschluss mit Rückstauverschluss, während die Fallleitung erst hinter dem Verschluss in die Grundleitung mündet. Ist das baulich nicht machbar, kann es sinnvoller sein, einzelne Ablaufstellen höher zu setzen und über eine kleine Hebeanlage zu entwässern.

Hinzu kommt der Zustand des alten Rohrs. Ältere Gussleitungen sind innen häufig korrodiert und verkrustet. Trennt man ein Stück heraus, können benachbarte Bereiche ausbrechen, und an den Übergängen zu neuen Kunststoffteilen werden passende Verbinder benötigt, die die unterschiedlichen Außendurchmesser ausgleichen. Ein kurzer Kamerablick vorab zeigt, ob die Leitung den Eingriff aushält oder ob besser ein längerer Abschnitt ausgetauscht wird. Auch hier folgen nach dem Einbau eine Dichtheitsprüfung der neuen Verbindungen und ein Funktionstest von Klappen und Notverschluss.

Inspektion und Wartung: damit die Klappe im Notfall dichtmacht

Ein Rückstauverschluss liegt oft jahrelang im Wasserstrom, ohne ein einziges Mal schließen zu müssen. In dieser Zeit lagern sich Fett und Haare an Klappen und Dichtflächen ab. Dichtungen altern und werden hart, Gelenke laufen schwerer. Bei elektrisch gesteuerten Geräten kann außerdem der Sensor verschmutzen oder die Steuerung eine Störung anzeigen, die niemandem auffällt. Ohne Wartung zeigt sich ein Defekt erst beim ersten Rückstau.

Wer kontrolliert was und in welchem Abstand?

MaßnahmeWerRichtwert
Inspektion: Notverschluss betätigen, SichtkontrolleBetreiber (Hausbesitzer)etwa monatlich
Wartung: Reinigung, Prüfung von Klappen und Dichtungen, FunktionstestFachkundigeretwa halbjährlich
Zustands- und Dichtheitsprüfung der GrundleitungFachbetriebanlassbezogen, etwa bei Umbau, Schadensverdacht oder nach Vorgabe der Satzung

Richtwerte angelehnt an DIN 1986-3. Maßgeblich sind die Herstellerangaben zum eingebauten Gerät.

Was Sie selbst kontrollieren können

  • Den Notverschluss per Hand schließen und wieder öffnen. Er sollte leicht laufen und sauber einrasten.
  • Bei trockener Witterung den Deckel gemäß Herstellerangabe öffnen und auf Fettablagerungen, Fremdkörper oder erkennbare Schäden an den Klappen achten. Keinesfalls während eines Rückstaus öffnen.
  • Bei Typ 3: Kontrollanzeigen und Alarmfunktion am Steuergerät überprüfen und, sofern vorhanden, die Testfunktion verwenden.
  • Nach dem Test kontrollieren, dass der Notverschluss wieder offen ist, da sonst die Kellerabläufe nicht abfließen.
  • Jede Inspektion und Wartung mit Datum festhalten.
Wenn eine Unwetterwarnung kommt
Ist Starkregen angekündigt, kann zusätzlich der Notverschluss geschlossen werden. Lassen Sie dann im Keller keine Wasch- oder Spülgänge laufen und öffnen Sie den Notverschluss erst wieder, wenn sich die Situation im Kanal entspannt hat.

Wo Eigenleistung aufhört

Die monatliche Inspektion übernimmt der Hausbesitzer, und sie ist in wenigen Minuten erledigt. Einbau und Wartung erfordern dagegen Fachwissen, etwa zur Zulässigkeit nach DIN 1986-100 und zur Dichtheitsprüfung der neuen Übergänge. Fehler werden in der Regel erst beim ersten Rückstau sichtbar, also genau dann, wenn der Schutz nötig ist. Dazu kommt: Viele Gebäudeversicherer wollen nach einem Schaden wissen, ob eine funktionierende Rückstausicherung vorhanden war und gewartet wurde. Ein dokumentierter Einbau und regelmäßige Wartungsnachweise helfen dann weiter.

Bota-Rohrservice e.K. arbeitet in Neckargemünd und im Rhein-Neckar-Kreis. Inhaber Paul Bota verfügt über rund 25 Jahre Erfahrung in der Rohr- und Kanaltechnik. Das Team mit rund acht Mitarbeitern begleitet den Ablauf von der Kanal-TV-Untersuchung über den Einbau von Rückstausicherung oder Hebeanlage bis zur Wartung. Ist die Grundleitung beschädigt, saniert es sie grabenlos mit Schlauchliner-Technik. Termine gibt es in der Regel spätestens für den nächsten Tag.

Rückstausicherung überprüfen lassen
Bota-Rohrservice e.K. schaut sich Leitungsführung, Rückstauebene und vorhandene Klappe vor Ort an und sagt Ihnen, ob ein Rückstauverschluss genügt oder eine Hebeanlage erforderlich ist.
06223 428 9975

Rückstausicherung in Neckargemünd sachgerecht planen

Bota-Rohrservice e.K. klärt, ob in Ihrem Keller eine Rückstauklappe zulässig ist, und kümmert sich um Einbau und Wartung. Rufen Sie uns gern an: 06223 428 9975.

Das könnte Sie interessieren

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Weiterlesen

Mehr aus dem Ratgeber

Diese Beiträge passen zum Thema, das Sie gerade gelesen haben.

Paul Bota – Ihr kompetenter Ansprechpartner bei Bota-Rohrservice e.K.

Kontaktieren Sie uns

Paul Bota – Ihr kompetenter Ansprechpartner

Telefon:06223 428 9975

Jetzt telefonisch erreichbar