Um einen Bodenablauf kümmert man sich meist erst dann, wenn er riecht oder das Wasser nicht mehr abläuft. Dabei können Sie den meisten dieser Ärgernisse mit ein paar einfachen Handgriffen vorbeugen. Die wichtigste Regel: Gitter und Geruchsverschluss sollten alle paar Wochen gereinigt werden, und in selten genutzte Kellerabläufe gehört regelmäßig etwas Wasser nachgegossen.
Wie ein Bodenablauf aufgebaut ist
Wenn Sie von oben draufschauen, sehen Sie nur das Ablaufgitter, das auch Rost heißt. Darunter verbirgt sich aber einiges mehr: ein Aufsatzstück, mit dem die Höhe an den Bodenbelag angeglichen wird, in den meisten Fällen ein herausnehmbarer Schmutzfänger und der Geruchsverschluss. Letzterer hält etwas Wasser im Ablauf zurück, das sogenannte Sperrwasser, und sorgt so dafür, dass keine Kanalgase in die Wohnung gelangen. Ganz unten folgt der Ablaufkörper, der an die Grundleitung angeschlossen ist.
Im Keller ist ausgetrocknetes Sperrwasser eine häufige Ursache für Kanalgeruch. Bleibt ein Kellerablauf über Wochen ungenutzt, verdunstet das Wasser nach und nach (in warmen Heizungsräumen geht das besonders flott). Die Folge: Es riecht nach Kanal, obwohl gar nichts verstopft ist. Ältere Gussabläufe besitzen häufig keinen Einsatz zum Herausnehmen. Sie haben stattdessen einen fest verbauten Wasserbogen, den Sie nur von oben durchspülen können.
Häufige Probleme in Bad, Keller, Garage und auf der Terrasse
In bodengleichen Duschen verfilzen Haare mit Seifen- und Kalkresten zu einem zähen Pfropfen. Erst läuft das Wasser nur langsamer ab, irgendwann staut es sich komplett. Steht im Keller eine Waschmaschine daneben, setzen sich Flusen und Waschmittelreste im Geruchsverschluss fest. Im Außenbereich setzen vor allem Laub und Sand die Gitter und Rinnen zu.
Abläufe im Haus und was ihnen zusetzt
| Einbauort | Typische Verschmutzung | Was hilft |
|---|---|---|
| Bad / bodengleiche Dusche | Haare, Seifen- und Kalkreste | Haarsieb häufig leeren, Einsatz alle paar Wochen reinigen |
| Kellerablauf | Verdunstetes Sperrwasser, Schlamm, Flusen | Regelmäßig Wasser nachgießen, Schmutzfänger prüfen |
| Garage | Sand, Splitt, Laub, Reifenabrieb | Rinne ausfegen, Schlammeimer vor dem Winter leeren |
| Terrasse / Kellerabgang | Laub, Blüten, Erde | Im Herbst wöchentlich kontrollieren, Laubfangkorb nutzen |
Bodenablauf reinigen in einzelnen Schritten
Legen Sie sich Handschuhe und einen Schraubendreher zurecht, dazu Eimer und Bürste. Rechnen Sie mit ungefähr einer Viertelstunde Arbeit. Die folgende Anleitung passt für Dusch- und Kellerabläufe, deren Einsatz sich herausnehmen lässt.
So bekommen Sie Gitter und Geruchsverschluss sauber
- Gitter herausnehmenSetzen Sie den Schraubendreher an der Kante an und hebeln Sie das Gitter vorsichtig hoch. Ist der Rost verschraubt, drehen Sie zuerst die Schrauben heraus (am besten gleich in ein Schälchen legen, damit nichts verloren geht).
- Einsatz entnehmenZiehen Sie Schmutzfänger und Geruchsverschluss nach oben heraus, bei manchen Modellen müssen Sie dabei etwas drehen. Den groben Schmutz entsorgen Sie im Restmüll, nicht über die Toilette.
- Alle Teile gründlich reinigenSchrubben Sie sämtliche Teile mit warmem Wasser und etwas Spülmittel ab. Gegen Kalk helfen Essig oder Zitronensäure. Werfen Sie bei der Gelegenheit einen Blick auf die Dichtungen: Sie sollten weich und ohne Schäden sein.
- Rohr nacharbeitenDen sichtbaren Teil des Rohrs säubern Sie mit der Flaschenbürste. Danach einen Eimer warmes Wasser nachgießen und darauf achten, ob es zügig abfließt.
- Zusammensetzen und Wasser auffüllenBauen Sie den Geruchsverschluss richtig herum ein und achten Sie darauf, dass die Dichtung sauber sitzt. Gitter wieder auflegen. Zum Abschluss etwas Wasser nachgießen, damit das Sperrwasser steht.
Bleibt das Wasser auch nach der Reinigung stehen, liegt das Problem weiter unten in der Grundleitung. Klarheit über die Ursache bringt dann eine Kanal-TV-Untersuchung.
Rückstauschutz im Keller: einfache oder erweiterte Lösung
Befindet sich ein Bodenablauf unter der Rückstauebene, kann bei Starkregen Wasser aus dem öffentlichen Kanal zurück ins Gebäude gedrückt werden. Als Rückstauebene gilt üblicherweise die Straßenoberkante an der Anschlussstelle. In Neckargemünd trifft das auf viele Häuser in Tal- oder Hanglage zu, deren Keller tiefer liegt als die Straße. Um den Schutz muss sich der Eigentümer selbst kümmern. Nach einem Schaden schauen Gebäudeversicherungen oft genau hin, ob eine funktionstüchtige Rückstausicherung eingebaut war.
Was hinter erweitertem Rückstauschutz steckt
Ein einfacher Rückstauverschluss im Bodenablauf arbeitet mit einer Klappe, die bei Rückstau von allein zugeht. Beim erweiterten Schutz wird diese Betriebsklappe um einen Notverschluss ergänzt, den Sie von Hand verriegeln. Davon zu unterscheiden ist die Frage des Einbauorts: Sitzt der Rückstauverschluss nicht im Ablauf, sondern direkt in der Leitung, sichert er mehrere Abläufe zugleich. Welche Bauart erlaubt ist, legen DIN EN 13564 und DIN 1986-100 fest.
Rückstauverschluss oder Hebeanlage?
Rückstauverschluss
- Geeignet für fäkalienfreies Abwasser, zum Beispiel aus Kellerablauf oder Waschbecken
- Lässt sich häufig in den vorhandenen Ablauf nachrüsten
- Solange die Klappe zu ist, fließt kein Wasser ab
- Muss regelmäßig auf Funktion geprüft und gewartet werden
Hebeanlage
- Befördert Abwasser über die Rückstauebene hinaus
- Sie können auch während eines Rückstaus weiter entwässern
- In der Regel die richtige Wahl, wenn im Keller ein WC oder Wohnräume liegen
- Aufwendigerer Einbau, benötigt Strom
Bewegen Sie den Notverschluss in regelmäßigen Abständen von Hand, damit er nicht festrostet. Eine Wartung durch einen Fachkundigen ist in der Regel halbjährlich sinnvoll, die genauen Vorgaben finden Sie beim Hersteller.
Garage, Terrasse und Kellerabgang: Rinnen passend auswählen und pflegen
In Garagen und auf Terrassen kommen häufig Rinnen zum Einsatz, oft als schmale Schlitzrinne oder mit einem dezenten Edelstahlrost. Allerdings gilt: Je schmaler die Schlitze, desto schneller sind sie dicht. Achten Sie außerdem auf die Belastbarkeit des Gitters. Auf der Terrasse reicht nach DIN EN 1433 meist Klasse A15, in der Garage sollten es mindestens B125 sein (sonst kann der Rost unter dem Auto brechen).
Für die Reinigung nehmen Sie die Roste heraus, fegen Sand und Laub aus der Rinne und spülen mit dem Gartenschlauch nach. Am Ende der Rinne findet sich oft ein Sinkkasten mit Schlammeimer, den Sie regelmäßig ausleeren müssen. Ob ein Garagenablauf an den Kanal angeschlossen werden darf und ob ein Abscheider gebraucht wird, steht in der örtlichen Abwassersatzung.
Ein echter Schwachpunkt ist der Ablauf am Fuß einer Außentreppe in den Keller. Er liegt praktisch immer unter der Rückstauebene. Bei Rückstau kommt das Wasser oft genau hier zuerst heraus, und bei einem Gewitter kann Laub ihn binnen Minuten zusetzen. Ein Rückstauverschluss reicht für solche Außentreppen-Abläufe meist nicht, weil Regenwasser auch bei geschlossener Klappe weiter anfällt und sich dann vor der Kellertür sammelt. Üblich ist hier eine Hebeanlage. Ob das bei Ihnen nötig ist, klärt ein Fachbetrieb vor Ort. Bis dahin hilft es, das Gitter vor angekündigten Gewittern von Laub freizuhalten.
Wann Sie besser einen Fachbetrieb holen
Bei bestimmten Anzeichen sitzt das Problem nicht mehr im Ablauf, sondern in der Leitung dahinter:
- Das Wasser fließt nicht ab, obwohl der Geruchsverschluss sauber ist
- Mehrere Abläufe gluckern oder werden gleichzeitig langsam
- Bei Regen drückt Wasser aus dem Bodenablauf nach oben
- Trotz stehendem Sperrwasser riecht es nach Kanal, ein möglicher Hinweis auf eine undichte Leitung oder Dichtung
- Ein alter Gussablauf ist stark angerostet oder sitzt locker
Paul Bota bringt rund 25 Jahre Erfahrung in der Rohr- und Kanaltechnik mit. Per Kanal-TV-Untersuchung lässt sich feststellen, ob eingewachsene Wurzeln oder ein Rohrschaden hinter dem Problem stecken. Erst auf dieser Grundlage wird entschieden, ob eine Reinigung ausreicht oder ob eine Sanierung oder ein Rückstauschutz sinnvoll ist. Termine gibt es in der Regel spätestens am Folgetag.






